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Golferellenbogen: Ursachen, Symptome und Therapie

Golferellenbogen: Ursachen, Symptome und Therapie

Golferellenbogen ist das Pendant zum Tennisellenbogen: Reizung der Beuge-Sehnenansätze an der Innenseite des Ellenbogens. Wie beim Tennisellenbogen sind die wenigsten Betroffenen Golfer:innen — die Mechanik trifft Greif- und Wurfsportarten ebenso wie Schreibtisch-Berufe.

Wer betroffen ist

Sportarten mit wiederholtem Greifen und Werfen (Klettern, Wurfsport, Krafttraining mit dichten Greif-Mustern), handlastige Berufe (Maurer:innen, Mechaniker:innen) und Vieltipper:innen — alle haben das gleiche Belastungs-Muster: ständig kontrahierende Unterarm-Beuger, die irgendwann ihre Belastbarkeit überschreiten.

Wie wir behandeln

Wie beim Tennisellenbogen ist progressives Krafttraining der Sehne das wirksamste Mittel — exzentrische und schwere langsame Belastung machen die Sehne wieder belastbar. Manuelle Therapie und Anpassung der auslösenden Belastung ergänzen den Kern. Wir analysieren auch den Griff-Aufbau: Manchmal ist die Lösung ein veränderter Greif-Stil, nicht mehr Therapie.

Warum Ruhe allein selten reicht

Eine Sehne wird durch Ruhe schwächer, nicht stärker. Komplette Schonung über Wochen lässt das Beschwerdebild oft zurückkommen, sobald die normale Belastung wieder aufgenommen wird. Was wirkt: dosierte Belastung statt Vermeidung.

Was die Studienlage zum Schwester-Krankheitsbild zeigt

Die Evidenz beim Golferellenbogen lehnt sich eng an die beim Tennisellenbogen an — Coombes und Kolleg:innen zeigten bei lateraler Epicondylalgie, dass Cortison-Injektionen kurzfristig wirken, aber langfristig häufiger zu Rückfällen führen als physiotherapeutische Behandlung. Übertragen auf den medialen Ellenbogen bedeutet das: dosierter Belastungs-Aufbau der Beuge-Sehnen schlägt schnelle Cortison-Lösungen auf längere Sicht.

Eingeordnet in das Tendinopathie-Modell (Cook und Purdam 2009): die Sehne braucht den richtigen Reiz, nicht Ruhe. Exzentrische und schwere langsame Belastung machen die Sehne wieder belastbar — ergänzt durch eine Anpassung der auslösenden Greif- oder Wurfbelastung im Alltag und Sport.

Quellen

  • Coombes B. K., Bisset L., Brooks P., Khan A., Vicenzino B. (2013). Effect of corticosteroid injection, physiotherapy, or both on clinical outcomes in patients with unilateral lateral epicondylalgia: A randomized controlled trial. JAMA 309(5):461–469. PubMed
  • Cook J. L., Purdam C. R. (2009). Is tendon pathology a continuum? British Journal of Sports Medicine 43:409–416. PubMed

Trainingsplan zum Mitmachen

Sechs Übungen für die mediale Sehnenkette — exzentrische und isometrische Reize bauen die Sehne wieder belastbar auf. 2–3 × pro Woche, mindestens 8 Wochen konsequent. Beginne mit leichtem Gewicht (1–2 kg Hantel oder Wasserflasche), steigere langsam.

  • 1. Exzentrische Flexoren — 3 × 12 · Sitz, Unterarm auf der Tischkante, Handfläche nach oben, kleine Hantel halten. Hand mit Gewicht in 4 s langsam nach unten senken, mit der anderen Hand wieder hochheben.
  • 2. Pronation gegen Widerstand — 3 × 12 · Unterarm aufgestützt, Hantel an einem Ende greifen, kontrolliert nach innen drehen (Handfläche nach unten), zurück.
  • 3. Supination — 3 × 12 · Gleiche Position, gegenläufig drehen (Handfläche nach oben).
  • 4. Isometrischer Greif-Druck — 3 × 10 s · Soft-Ball oder Putty mit voller Kraft 10 s zusammendrücken, 20 s Pause.
  • 5. Flexoren-Stretch — 3 × 30 s · Arm gestreckt nach vorne, Handfläche nach oben, Finger mit anderer Hand sanft nach unten ziehen.
  • 6. Heavy Slow Hammer Curl — 3 × 8 · Hantel im Hammergriff, in 3 s heben, 1 s halten, 3 s senken. Belastet die gesamte Unterarm-Kette.

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