Eine Verordnung nennt eine Diagnose. Aber sie erzählt nicht die ganze Geschichte. Unser Physiotherapeut Noah Aldaro erlebt das im Praxisalltag immer wieder: Erst in der Anamnese zeigt sich, was Patient:innen wirklich beschäftigt. Manchmal liegen die wichtigeren Baustellen ganz woanders als auf dem Papier, zum Beispiel bei Stimmung, Motivation oder Alltagsbelastungen.
Ein Fall der letzten Wochen beschäftigt Noah bis heute. Die Verordnung betraf ein ganz bestimmtes Problem, im Gespräch wurde aber klar, dass anderes im Vordergrund stand. Dort den schmalen Grat zu gehen, ist nicht leicht: Wir sind Physiotherapeut:innen, keine Psychotherapeut:innen oder Life Coaches. Gleichzeitig kann Bewegung gerade dann eine Brücke sein, wenn Motivation fehlt.

Eine besondere Stärke von Noah ist die Kommunikation. Es gelingt ihm meist, auf menschlicher Ebene einen guten Draht zu den Patient:innen zu finden, und er bekommt oft das Feedback, dass er ein lockeres und wohliges Gefühl vermittelt. Für die Therapie ist das keine Nebensache, denn wer sich wohlfühlt, erzählt mehr und bleibt eher dran.
Auch fachlich bleibt Noah in Bewegung: Aktuell organisiert er seine nächste Fortbildung und plant, sich auf die orthopädische Schulter-Reha zu fokussieren.
Zum Schluss ein Appell aus der Praxis: Bevor zu einem invasiven Eingriff gegriffen wird, lohnt es sich, Physiotherapie wirklich auszuprobieren. Oft ist sie der bessere erste Schritt.

